SAP S/4HANA-Umstellung: vergleichbar mit der Ausfallzeit eines EhP-Upgrades?

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SAP S/4HANA-Umstellung: vergleichbar mit der Ausfallzeit eines EhP-Upgrades?

Sergio Ferrari | Apr 29, 2020

Kürzlich haben wir uns mit Luca Grilli zusammengesetzt, um zu erörtern, wie sich die Ausfallzeiten mit Hilfe der robotergestützten Prozessautomatisierung (RPA) reduzieren lassen. In diesem Interview - wir werden mit dem gleichen brandaktuellen Thema der Ausfallzeiten fortfahren - stellen wir fest, dass die meisten Menschen Bedenken haben.

Bei unseren realen Erfahrungen mit der Umstellung von Brownfield-Systemen auf SAP S/4HANA dauerte der technische Umstellungslauf etwa ein Wochenende. In einigen Fällen entschieden wir uns für die "ressourcenminimierte" Strategie und in anderen Fällen für die "ausfallzeitminimierte" Strategie.

Wir hatten noch nicht die Möglichkeit, von der Strategie der "near-zero-downtime" zu profitieren, siehe OSS-Hinweis 693168 - Minimierter Ausfallzeit-Service (MDS).

Während der Geschäftsausfallzeit können sich die Endbenutzer nicht auf ihr ERP-Kernsystem verlassen, Hintergrundprozesse werden ebenso ausgesetzt wie Integrationsflüsse. Der Verkaufs-, Lager- und Produktionsbetrieb leidet noch stärker als der Finanz- und Beschaffungsbereich.

Die Begrenzung der Geschäftsausfallzeit innerhalb eines Wochenendes wird somit zu einem der Hauptziele des Umstellungsprojekts.

In diesem Interview werden wir uns mit Andrea Taccolini treffen, um die durch das EhP-Upgrade bedingten Geschäftsausfallzeiten mit denen des Umstellungsprojekts zu vergleichen und die Ursachen für die Geschäftsausfallzeiten zu erörtern.

Hallo Andrea, Sie wissen, wie es läuft - erzählen Sie uns etwas über sich! 

Nun, ich bin seit rund 20 Jahren ein leidenschaftlicher SAP-Basisberater. Ich bin gerne ein Pionier der neuen Technologien, aber ich bin ziemlich vernarrt in die SAP Business Suite - meine Stärke, wenn Sie so wollen. Ich habe die SAP HANA-Datenbanktechnologie auf SAP BW-Systemen und auch auf SAP S/4HANA-Systemen frühzeitig eingesetzt.

Könnten Sie die Geschäftsausfallzeiten, die wir bei einem Upgrade auf ein neues EhP gewohnt sind, mit denen vergleichen, die mit der SAP S/4HANA-Systemumstellung zusammenhängen?

Natürlich. Ich habe die technischen Protokolle der Systemumstellung inzwischen mehrfach analysiert! Vom rein technischen Lauf her ist die Ausfallzeit absolut vergleichbar. Die Schatteninstanz, der Aufbau der Workbench sind ähnlich wie bei einem EhP. Die Unterschiede kommen mit der Datenbankmigration nach HANA und der Besetzung der neuen Tabellen (z.B. das berühmte ACDOCA). Die verstrichene Zeit ist hier proportional zur Anzahl der Datensätze und zur Leistung der Infrastruktur. Die Parallelität wird gut unterstützt und die Anzahl der CPUs ist entscheidend.

In Zusammenarbeit mit dem Global S/4HANA LaunchPad Team bei Techedge konnten wir diese langsame Aufgabe dank der Anwendung der robotergestützten Prozessautomatisierung des FI-Datenabgleichs lösen.

Was beeinflusst Ihrer Meinung nach die Geschäftsausfallzeiten stärker als erwartet?

Geschäftsausfallzeiten während einer S4-Systemumstellung lassen sich in zwei Hauptmomenten zusammenfassen.

Wenn SUM in die Phase "Ausführung" eintritt. Hier wird das SAP-System geschlossen und SUM startet Migrationsjobs.

In unserer letzten Erfahrung haben wir auf einer "Vor-Ort"-Infrastruktur ein 1,7 TB-System mit 75 parallelen Jobs in etwa 20 Stunden umgestellt. Wir haben hart daran gearbeitet, die Anzahl der Jobs innerhalb der Hardware-Kapazität zu optimieren.

Die SAP-HANA-Datenbank läuft auf einem Rechner mit 64vCPU und 950 GB RAM.

Der zweite relevante Zeitpunkt ist der Beginn der "FI-Datenmigration". Technisch sind wir bereits in SAP S/4HANA, aber die Population der neuen Tabellen (z.B. ACDOCA, ect) muss vor der Freigabe des Systems an den Endbenutzer abgeschlossen werden.

Wir arbeiten mit dem funktionalen Team zusammen, um die beste Verteilung der Arbeitslast (Anzahl der SAP-Hintergrundjobs) auf die dedizierten SAP-Anwendungsserver zu ermitteln.

Nach unserer letzten Erfahrung wurde die "FI-Datenmigration" in weniger als 10 Stunden erfolgreich abgeschlossen, wobei 2 Anwendungsserver auf einer 24vCPU und 32 GB RAM (jeder einzelne) liefen.

...und war das weniger Zeit als erwartet?

Ich kann sagen, dass wir keine "großen Unterschiede" bei heterogenen Systemmigrationen haben im Vergleich zu Upgrades, die in der Vergangenheit durchgeführt wurden, d.h. SAP-Re-Plattform (Hardware- und Datenbankwechsel) und EhP-Upgrades.

Letzte Frage: Haben Sie einen konkreten Vorschlag zur Begrenzung der Geschäftsausfallzeiten?

Ja, sicher. Wir haben großartige Partnerschaften mit den wichtigsten Hyperskala-Cloud-Anbietern aufgebaut, und wir haben eine spezifische Infrastrukturkonfiguration, die genau auf diese Aufgabe abgestimmt ist. Mit einem nachhaltigen Kostenaufwand können wir in bestimmten Phasen enorme Leistung bereitstellen und die Konfiguration dann nach Abschluss der Umstellung ändern. Natürlich ist dieser Vorteil nur dann verfügbar, wenn der Kunde in die Public Cloud wechselt, wo eine unvorstellbare Leistung zur Verfügung steht.

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