Risiken reduzieren mit dem SAP Solution Manager 7.2

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Risiken reduzieren mit dem SAP Solution Manager 7.2

Jon Friesen | Jan 02, 2017

In diesem Artikel möchte ich einmal den Blick weg von den technischen Aspekten des SAP Solution Managers und hin zum Wertversprechen lenken. Letztendlich konfigurieren wir den Solution Manager, um IT-Probleme zu lösen und die Bedürfnisse einer SAP-gestützten Organisation zu erfüllen. Lassen Sie uns also auf diese Bedürfnisse eingehen und erarbeiten, welchen Nutzerversprechen SolMan bietet.

Ich habe schon viele Consultants und Vertriebspartner gesehen, welche die Kostenreduzierung als Hauptargument für den Solution Manager bemüht haben und sich damit mächtig in Probleme gebracht haben. Das ist der falsche Ansatz. SolMan kann die Kosten reduzieren (beim Thema Testmanagement: per Testautomatisierung und die Reduzierung manueller Arbeitslasten wie tägliche Überprüfungen), aber der hauptsächliche Mehrwert des Solution Managers liegt woanders – in der Risikoverringerung.

Risiken verringern mit dem SAP Solution Manager

Eine moderne SAP Umgebung kann aus einer Reihe an heterogenen Anwendungen wie ERP, HANA, Portal, ChaRM, BusinessObjects und SuccessFactors bestehen. Mit immer neuen und vor allem regelmäßigeren Innovationen (damit meine ich neue Frontends wie Fiori, Analyse-Tools wie Lumira, die Überarbeitung von PI usw.) sind IT-Organisationen einer Vielzahl an Risiken ausgesetzt, die ohne effektive Prozesse dank effektiver Tools kaum zu beherrschen sind.

Das Management für die Entwicklung und Betreuung von Applikationen enthält diese Vorgänge und der Solution Manager ist das nötige Toolset. Ziehen Sie diese Szenarien in Betracht, die bei SAP-gestützten Organisationen extrem häufig auftreten.

Risiken während Updates

SAP hat vorgeschlagen, dass jede Organisation „zwei Veröffentlichungen pro Jahr” implementieren sollte, was sich natürlich auf die Patchzyklen (Support Packages, EHP oder Upgrades) und die dazugehörigen Code-Anpassungen, Dokumentationen, Prozesse usw. bezieht. Selbst eine Veröffentlichung pro Jahr ist ein risikoreicher Vorschlag, wenn die richtigen Tools fehlen. Bedenken Sie Folgendes:

  1. Testen Sie Ihre gesamten Business-Prozesse?
  2. Verbringen Sie Zeit mit Code-Anpassungen für Codes, die nicht mehr verwendet werden?
  3. Ist Ihre Dokumentation nach dem vollständigen Roll-Out noch aktuell?
  4. Sind Sie der Gefahr ausgesetzt, Bugfixes oder Wartungsänderungen nach dem Update downzugraden?

Dies sind die Risikoarten, die mit CCLM, Retrofit und einer Reverse Business Prozess Dokumentation minimiert werden können.

Das Risiko fehlschlagender Prüfungen

Eine Prüfung selbst ist eine Maßnahme zur Risikominderung. Doch das Scheitern einer solchen Prüfung ist nicht nur kostenintensiv, sondern auch nach außen sichtbar. Bedenken Sie Folgendes:

  1. Wurden alle angenommenen Änderungen implementiert?
  2. Wurden alle tatsächlichen Änderungen auch wirklich angenommen?

Ein gut implementiertes ChaRM Modul ist ein Prüfungs-Änderungs-Verwaltungssystem und die RCA Features wie Änderungsberichte können "umgekehrte Prüfungen" bzw. "Steuerungselemente" ermöglichen.

Risiken im Bezug zu Daten

Die neuen Solution Manager Funktionen Data Volume Management und Data Consistency Management addressieren die Risiko Kategorie der Datenverwaltung:

  1. Behalten meine Interfaces alle Daten selbst zwischen mehreren Systemen?
  2. Werden meine Datenspeicherungsrichtlinien korrekt umgesetzt?
  3. Zahle ich unnötige Speicherkosten aufgrund eines mangelhaften Daten-Lebenszyklus-Managements?

Besonders der letzte Punkt wird umso wichtiger, wenn Kunden eine Migration von einer herkömmlichen Datenbank wagen, bei welcher die Speicherkosten auf Disks bei wenigen Cent pro GB liegen, RAM-Speicher jedoch in Euro gemessen wird.

Risiken beim technischen Betrieb

Alle Überwachungsfunktionen haben das Ziel, Risiken zu minimieren. Bedenken Sie folgende:

  1. Das Risiko einer schlechten Nutzerzufriedenheit aufgrund nicht gemeldeter Performance-Probleme.
  2. Das Risiko, dass aus kleinen Schwachstellen größere Probleme werden, welche durch eine langsame Problemerkennung und –Lösung ausgelöst werden.
  3. Das Risiko der zu hohen Arbeitslast für manuelle Arbeiten, die automatisiert sein könnten.

Besonders das letzte Beispiel ist ein wichtiges Wertversprechen für die Kostenreduzierung. Doch es ist gleichzeitig auch ein Risiko, weil die Zeit für manuelle Überwachungen auch in anderen Bereichen genutzt werden könnte (z.B. in Ihrem Fiori Implementierungs-Projekt), die Ihrem Unternehmen einen Mehrwert bieten. SolMans technische Überwachung und technische Administrationsfunktionen minimieren diese Art von Risiken.

Risiken während des Anwendungsbetriebs

Dies ist ein Bereich, der vielen IT-Unternehmen durchaus bekannt sein dürfte, da dieser auch das eigentliche Geschäft und nicht nur die IT-Abteilung betrifft. Die Frage ist: Sind Ihre Business-Prozesse erfolgreich? Wenn Sie bedenken, dass Business-Prozesse sowohl IT als auch Personal benötigt, ist es vielleicht überraschend, dass SolMan diese Risiken miteinbezieht. Doch genau das ist der Zweck des Business Process Monitorings — die Bereitstellung einer Plattform, um den Erfolg der Business-Prozesse sowohl aus technischer als auch funktioneller Sicht messen zu können.

Der Wert des SAP Solution Manager

Dies waren nur einige wenige Beispiele der Risiken, welche SAP-gestützte Unternehmen konfrontieren könnten. Wir haben bemerkt, dass Unternehmen besonders dann Interesse am Solution Manager entwickeln, wenn Prüfungen gescheitert oder andere größere Probleme aufgetreten sind. Ein IT Manager, der die Risiken der Organisation erkennen kann, wird Tools wie den SAP Solution Manager hilfreich finden, um solche Risiken zu minimieren. Die risiko-orientierten Ansätze des Solution Managers sind eine ideale Möglichkeit, den Erfolg eines Projekts zu messen und die Implementierung neuer Systeme korrekt durchzuführen.

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