Ein integrativer Ansatz zum Asset-Management: Ein Proof of Concept in der Energie- und Versorgungsbranche

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Ein integrativer Ansatz zum Asset-Management: Ein Proof of Concept in der Energie- und Versorgungsbranche

Martin Horvath | Jan 12, 2021

Assets bilden das Fundament eines jeden Unternehmens, unabhängig davon, ob es sich dabei um die Axt zum Bäume fällen oder den Roboter in einer Autofabrik handelt. Vergangene Einträge dieser Reihe haben den Fokus auf Unternehmen (wie in wie ein Asset-Management-Projekt in der Fertigungsindustrie eingeführt wird) und grundlegende Konzepte gelegt. Heute würde ich gerne darauf aufmerksam machen, dass ein Asset-Management-System sein volles Potenzial nur dann entfaltet, wenn es als eine verknüpfte Komponente innerhalb der deutlich größeren organisatorischen IT-Landschaft betrachtet wird.

Vereinheitlichung ebnet den Weg für Systemintegrierungen

Im letzten Jahr war ich als Redner zum HxGN LOCAL DACH+ Kongress in Deutschland eingeladen, der jährlich von Hexagon, einem vertrauenswürdigen und geschätzten Unternehmen, das ich seit über einem Jahrzehnt bei dessen internationalen Projekten unterstütze, veranstaltet wird. Deren Kunden aus dem Versorgungs- und Energiesektor haben sehr besondere Anforderungen an Softwarelösungen zur Planung, zum Betrieb und zur Instandhaltung von Strukturen wie Gasleitungsnetzen. Sie verfügen über Assets, die manchmal nicht größer sind als ein Ventil, deren Zustand aber von entscheidender Bedeutung für das Netzwerk ist. Zu der Masse der Assets kommt noch hinzu, dass das „wo“ von großer Bedeutung ist und dass die Nachfrage nach einem geographischen Informationssystem (GIS) üblicherweise größer ist als die nach einem Asset-Management-System. Systeme dieser Art, wie z. B. Hexagons geographisches Informationssystem G/Technology, wurden entwickelt, um mit räumlichen Objekten, deren Beziehungen und deren Analyse zu arbeiten.

Sprechen wir nun über geoinformationsfähige Asset-Management-Systeme oder über assetfähige Geoinformationssysteme (GIS)? Die Wahrheit ist, dass es sich um einen Bereich mit Überschneidungen handelt und das kein System das jeweils andere ersetzen kann. Tatsächlich ist es viel mehr so, dass es eine Nachfrage nach der Integration beider gibt – und genau das haben wir für HxGN LOCAL DACH+ 2019 gemacht. Es wurden folgende Erwartungen definiert:

  • SAP ERP ist das „Mastersystem“ des Unternehmens
  • Hexagon G/Technology ist das Spezialsystem, um das Energienetzwerk zu planen, zu betreiben und zu managen.
  • Jedes Asset muss einem System zugeordnet sein
  • Ein Asset-Typ wird entweder als Master-Data oder als Spezial-Data klassifiziert (d. h. nicht von Bedeutung für das ganze Unternehmen, aber entscheidend für einige Abteilungen)
  • Das Mastersystem „besitzt“ die Arbeitsaufträge zur Wartung der Assets, aber der Arbeitsauftragsaufwand basiert auf den Informationen von G/Technology

Um die Machbarkeit eines verknüpften Systems zu demonstrieren, haben wir einen realitätsnahen Arbeitsablauf bestimmt und diesen als eine Benutzerperspektive nach Scrum-Methode definiert: „Als unerfahrener Anwender ohne Fachwissen über SAP oder GIS möchte ich alle detaillierten Assets für die technischen Plätze in SAP sehen, um Inspektionsaufträge mit Aufwandskalkulationen durch das spezielle Geoinformationssystem zu erstellen.“

Asset Management: a POC in the Energy sector

Durch einen Mangel an Standards, Entwicklungsoberflächen und anderen technischen Problemen, glich die Verwirklichung eines solchen Szenarios vor ein paar Jahren noch einer Raketenwissenschaft. Heutzutage haben wir Standards wie Odata, Technologien wie die neue JavaScript-Generation, Features wie Browserspeicherung und Konzepte wie „Clouds“, die es uns möglich machen, solche integrierten Lösungen nicht nur zu erschaffen, sondern auch Sicherheit, Leistung und Skalierbarkeit auf dem neuesten Stand der Technik einzusetzen.

Eine nachhaltige Lösungsarchitektur erlaubt der Außenwelt den Zugang zu SAP

 

Asset Management: a POC in the Energy sector - Architecture

Wir nutzten insbesondere das SAP Gateway und den SAP Cloud Connector, um Objekte und Prozesse (technische Plätze und Arbeitsaufträge) von SAP Plant Maintenance auf eine sichere Weise auf SAP Cloud Platform der Außenwelt auszusetzen. Dort erschufen wir eine SAP Fiori-Anwendung, um diese Geschäftsobjekte zu visualisieren und einen Raum für die G/Technology-Teile zur Verfügung zu stellen.

Diese Komponenten wurden als generische Anwendungsmodule behandelt, die in die Fiori-Anwendung eingebettet werden. Basierend auf offenen Standards, bewiesen wir anhand dieser Architektur, dass eine unkomplizierte, webbasierte und integrierte Lösung machbar und erschwinglich ist.

Dieser praktische Beweis des Konzepts für die Versorgungs- und Energiebranche ist ein exzellentes Beispiel dafür, dass Asset-Management nicht als eine isolierte Software oder Lösung behandelt werden kann. Werden „Assets“ als Master-Data betrachtet, bedeutet dies, dass diese Informationen verfügbar gemacht, geteilt und innerhalb des Unternehmens genutzt werden müssen. Dies ist nur möglich, wenn in das Unternehmen eine flexible Systemarchitektur und eine smarte Technologiestrategie unter Beachtung von Schlüsselwerten eingeführt wird.

Angesichts der Tatsache, dass nichts so beständig ist wie die Veränderung, freue ich mich darauf zu sehen, wie Sie aus Ihrem Unternehmen das volle Potenzial herausholen, sodass es eine neue Ebene erreicht. Genießen Sie den Screencast des Proof of Concepts, lassen Sie sich inspirieren und bleiben Sie dran für mehr: Sie werden ein SAP S4 System mit einigen technischen Plätzen sehen und wie die Verbindung des SAP Cloud Connector verifiziert wird. Diese Verbindung erlaubt der Fiori-App danach die technischen Plätze mittels Ajax-Requests (=https) zu ziehen. Sie werden sehen, wie die Platzauswahl dann alle Netzwerk-Assets von G/Technology einbringt und wie mithilfe von Fiori ein Arbeitsauftrag in SAP erstellt wird. Abschließend sehen Sie erneut das bestehende Ergebnis in SAP S4. Eine so grundlegende Aufgabe wie die Erstellung eines Inspektionsauftrags kann nun von allen Mitarbeitern und nicht nur von einem der wenigen, die sich im Umgang mit SAP-Transaktionen und der G/Technology auskennen, erstellt werden. 

 

asset-management-integrated-approach

 

Was ist der Take-Away?

Ganz egal warum Sie diesen Beitrag lesen: Ziehen Sie sich daraus, dass moderne Standards und Architekturen dabei helfen Ideen zum Leben zu erwecken, die in der Vergangenheit unerreichbar gewesen wären. Bringen Sie frische Ideen in Ihrem Unternehmen ein und beginnen Sie mit der Integration isolierter Informationssysteme, um die volle Power Ihrer Daten zu entfesseln. Und das Wichtigste: Hören Sie nicht an der Grenze ihres SAP, Ihres CRM oder Ihres G/Technology auf, denn sie sind alle nur Teile eines unternehmensweiten Informationssystems, das am besten funktioniert, wenn alle Systeme zusammenarbeiten.

 

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