EDGE COMPUTING IST ANGEKOMMEN - ODER DOCH NICHT? EINE EINFÜHRUNG IN SAP LEONARDO

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EDGE COMPUTING IST ANGEKOMMEN - ODER DOCH NICHT? EINE EINFÜHRUNG IN SAP LEONARDO

Gianni Pelizzo | Feb 20, 2017

Vor etwa einer Woche nahm ich mit Hunderten von anderen SAP-Partnern an dem SAP Field Kick-Off Meeting (SAP FKOM) in Barcelona teil, wo SAP Leonardo zum ersten Mal vorgestellt wurde. Mein erster Eindruck ... dies ist das zweite SAP-Produkt mit einem italienischen Namen; das Erste hieß SAP Fiori – das schmeichelt natürlich meinem italienischen Stolz.

Aber was genau ist SAP Leonardo? Oder vielleicht präziser gefragt – was wird daraus entstehen? Um diese Fragen zu beantworten, müssen Sie zuerst die Auswirkungen verstehen, die IoT auf Unternehmensanwendungen hat.

Die Auswirkungen des IoT auf Unternehmensanwendungen

Vor der Einführung des IoT hing eine Unternehmensanwendung unmittelbar mit diesen Dingen zusammen:

  • mit dem Geschäftsbereich, in dem sie eingesetzt wurde (Logistik, Fertigung usw. ...)
  • der verwendeten Technologie (d. h. Cloud, OnPremise, Hybrid)
  • • dem speziellen Industriezweig, auf den sie ausgerichtet war

Nun kommt mit der Einführung des IoT eine vierte Dimension ins Spiel. Eine Dimension, die aus Personen, Objekten und Märkten besteht, die dank der Präzision der IoT-Technologie alle miteinander vernetzt werden.

SAP Leonardo wird die erste Plattform sein, die diese Objekte miteinander vernetzt, um daraus einen Geschäftsvorteil zu ziehen. Aus diesem Grund knüpft die oberste Klassifizierungsebene in der Solution Map an die 6 „Dinge" an, die miteinander vernetzt werden können: Produkte, Anlagen, Fuhrparks, Infrastruktur, Märkte und Personen.

SAP Leonardo for Edge Computing

Wie funktioniert SAP Leonardo?

Leonardo fungiert quasi als ‚Brücke’, welche die eben genannten sechs „Dinge" miteinander verbinden wird. Je nach dem, welchen Bereich Sie für Ihre IoT-Initiative auserkoren haben, werden Sie in Leonardo eine oder mehrere Anwendungen entdecken, die die Einführung (oder Anbindung) dieser Technologien unterstützen. Betrachten wir zum Beispiel den Bereich Produktionsanlagen: Hier sind Lösungen für vernetzte Anlagen bereits Realität und werden eingesetzt, um vorausschauende Wartung zu erleichtern.

Aus technologischer Sicht kann diese neue Plattform als ein System mit drei Ebenen betrachtet werden:

  1. die IoT-Anwendungen (‚Bridge‘ – die wir eben untersucht haben)
  2. der IoT-Basisebene (‚Foundation‘), die Datenverwaltung, Big Data-Anwendungen, Integrationsdienste, Machine Learning-Bibliotheken sowie künstliche Intelligenz umfasst. Und nicht zuletzt jene Komponente, die sich in der Cloud (und daher der SAP HANA Cloud Plattform) befindet,
  3. nämlich die Komponente ‚for Edge Computing‘. Sie macht es möglich, Entscheidungen (über Sensoren oder ein Kommunikationsgateway) an Stellen vor Ort zu delegieren und sowohl Datenerhebung als auch Datenstreaming auf einer Basisebene durchzuführen (ein Prozess, bei dem Datenströme in Echtzeit analysiert werden, um wirklich Wichtige von weniger Wichtigen zu unterscheiden).

Was sind die wichtigsten Änderungen, die diese neue Plattform mit sich bringt?

Meiner Meinung nach sind dies die zwei wesentlichen Änderungen: die Einführung von Edge Computing und die Schaffung eines nahezu grenzenlosen Raums im IoT-Anwendungsuniversum in der Cloud.

Edge computing

Im Rahmen aller vernetzen Produktionsanwendungen, oder ganz allgemein bei jenen, die das IoT verwenden, wird es immer wichtiger, Entscheidungen, die in Echtzeit getroffen werden müssen, an lokale Systeme weiterzuleiten (sei es an eine kleine Datenbank oder an Systeme zur Produktionssteuerung in Echtzeit wie z.B. SAP MII – Manufacturing Integration and Intelligence). Edge Computing ermöglicht genau das, weshalb es unsinnig wäre, diese Entscheidungen in die Cloud oder ERP-Systeme zu verlagern. Durch Edge Computing wird vielmehr eine von jeher problematische Lücke geschlossen: die Entwicklung von hybriden Anwendungen für sowohl Edge als auch Cloud Computing.

Ein grenzenloses Universum von IoT-Anwendungen in der Cloud.

Die zweite Neuerung: Anwendungen wie die vernetzte Anlage, die es Ihnen erlaubt, eine Art soziales Netzwerk des Produktivvermögens eines ganzen Sektors aufzubauen. Diese Dynamik verspricht die Beziehung zwischen Kunden und Lieferanten von Maschinen und Anlagen grundlegend zu verändern.

Leonardo wird die Bausteine für den Aufbau von IoT-Anwendungen zunächst für SAP und bald darauf für das gesamte SAP-Ökosystem anbieten. Was kann man von SAP Leonardo in den kommenden Monaten erwarten? Angesichts der heute verfügbaren Informationen ist es schwer zu sagen. Aber ich wage, unter bestimmten Voraussetzungen folgende Hypothese aufzustellen:

Was kann man von SAP Leonardo in den kommenden Monaten erwarten?

Angesichts der heute verfügbaren Informationen ist es schwer zu sagen. Aber ich wage, unter bestimmten Voraussetzungen folgende Hypothese aufzustellen:

  • Die Verfügbarkeit der Plat.One-Technik (kürzlich von SAP übernommen) im Herzen der Hana Cloud-Plattform, insbesondere als Verbindung zwischen Edge und Cloud Computing
  • Neue IoT-Anwendungen, die weniger auf die Anlage und mehr auf das Produkt ausgelegt sind
  • Die Verfügbarkeit von gebrauchsfertigen analytischen Dashboards und Vorhersage-Algorithmen, die immer einfacher zu bedienen sind (z. B. ausgefeiltere Algorithmen zur Analyse von Schwingungen)
  • Vernetzung. Bislang hat SAP das Thema Vernetzung den Telefonnetz- oder Funknetzbetreibern überlassen. Es bleibt abzuwarten, ob es in diesem Bereich eine Übernahme durch SAP geben oder ob man mit einer eigenen Lösung für die industrielle Vernetzung aufwarten wird.

Wenn Sie mehr über diese neue Plattform erfahren möchten, sollten Sie unbedingt die SAP-Veranstaltung ‚Digital Supply Chain‘ in Orlando, Florida im März dieses Jahres besuchen, bei der Leonardo sicherlich im Mittelpunkt stehen wird.

Bis dahin!

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